Author Topic: Dietrichsepik  (Read 1927 times)

Offline Marian

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Dietrichsepik
« on: 02. May 2009, 21:50:58 »
Die Dietrichsepik beinhaltet eine Gruppe von erz?hlenden Verdichtungen, in deren Mittelpunkt Diet?rich von Bern steht. Sie wurde im 13. Jhd. verfasst.
    Heinzle unterscheidet zwei Gattungen der Dietrichsepik: die historische und die aventiurenhafte.
Die Werke der historischen Dietrichsepik (Dietrichs Flucht, die Rabenschlacht und Alpharts Tod) be?fassen sich mit der Fluchtsage. Dietrich wurde laut diesen Erz?hlungen von seinem Onkel vertrieben und geht ins Exil an den Hof K?nig Attilas, wo er viele Heldentaten vollbringt. Ein dunkles Kapitel in seinem Leben ist die Rabenschlacht. Attilas S?hne wollen in die Schlacht reiten, was Helche, ihre Mut?ter, ablehnt. Dietrich verspricht auf die beiden aufzupassen, damit sie in den Kampf ziehen d?rfen. Durch eine ungl?ckliche F?gung verlieren sie durch Wittig, den ehemaligen Kampfgef?hrten Dietrichs, ihr Leben. Obwohl Dietrich keine Verantwortung f?r ihren Tod tr?gt, f?hlt er sich schuldig, dies hin?dert Attila und Helche jedoch nicht ihn wieder aufzunehmen und mit Helches Nichte, Herrat, zu ver?m?hlen. Nach etlichen Wiedereroberungsversuchen gelingt es Dietrich nach 30 bzw. 32 Jahren, in seine Heimat zur?ckzukehren.
    Die aventiurenhafte Dietrichsepik beschreibt die K?mpfe Dietrichs mit meist ?bernat?rlichen We?sen, so wird auch ihm der Sieg ?ber einen Drachen nachgesagt. Das Wort ??ventiure? entstammt dem Altfranz?sischen und bedeutet ?Begebenheit?. Hier kann es jedoch ebenso mit ?gewagtes Unterfan?gen? oder ?Wagnis? ?bersetzt werden.
    Die Thidrekssage f?ngt schon bei den Heldentaten des Gro?vaters und des Vaters Dietrichs an und berichtet schlie?lich von dessen Jugendtaten. Dann wird die Fluchtsage aufgegriffen, in der er Asyl bei K?nig Attila findet. Nach dem Untergang der Nibelungen und Burgunder geht er nach Bern und ge?winnt die Herrschaft zur?ck. Nach Attilas Tod ?bernimmt er das Hunnenreich. Seine Jagdleidenschaft wird ihm dann zum Verh?ngnis. Er sieht einen wei?en Hirsch und springt auf ein schwarzes Pferd, das den Teufel darstellen soll und mit ihm davonreitet und er wurde nie mehr wieder gesehen. Die Sage be?richtet von einem Kampf zwischen Thidrek und H?gni (Hagen), bei dem Thidrek aus seinem Mund Feuer speit und H?gni Tage sp?ter seinen Verletzungen erliegt. Er kann Attila ?berzeugen, dass Griem?hild eine Teufelin ist und erh?lt die Erlaubnis, sie zu t?ten.
    Im Nibelungenlied spielt Dietrich eher eine Nebenrolle, aber trotz alldem eine wichtige. Er taucht das erste Mal in der 22. ?ventiure auf, als Kriemhild von Etzel und seinen M?nnern empfangen wird. An dieser Stelle wird er als einziger Gefolgsmann Etzel eingef?hrt, den Kriemhild mit einem Kuss be?gr??en soll. Nach der Ankunft der Burgunder am Etzelhof warnt er Gunther und Hagen vor m?gli?chen Gefahren, da Kriemhild noch immer um Siegfried trauere. Dietrich, Hildebrand, Hagen und Gun?ther kennen sich von fr?her (Anspielung auf eine andere Dichtung (das ,Waltharilied?) im Stoffkreis der Nibelungen.) Dietrich verbietet seinen Mannen die Teilnahme am Turnier, weil er bef?rchtet, dass die Situation eskaliert.
W?hrend der Saalschlacht erwirkt er f?r sich und seine Mannen sicheren Abzug und bringt Etzel und Kriemhild in Sicherheit. Ohne Dietrichs Wissen geraten nachher seine M?nner mit den Burgunden/Ni?belungen aneinander und werden niedergemacht. Nur Hildebrand, sein Waffenmeister, ?berlebt und berichtet Dietrich vom Tod seiner Leute. Daraufhin r?stet er sich und k?mpft gegen Gunther und Ha?gen, die er ?berw?ltigt. Er bittet Kriemhild um das Leben der beiden Krieger, da er nicht bereit ist, Siegfrieds Tod zu r?chen und wendet sich mit tr?nennassen Augen ab, als er erkennt, dass jegliches Fle?hen vergebens ist.
    Das vermutliche, historische Vorbild f?r Dietrich von Bern ist der Ostgote Theoderich der Gro?e, der 526 starb. Die Geschichten um Dietrich von Bern sind Legenden, da sie die Lebzeiten der anderen Personen nicht beachten. So hat K?nig Attila (Etzel) bis 453 n. Chr. gelebt und Dietrichs Onkel Er?menrich, der ihn einst vertrieben haben soll, starb um 375 n. Chr.